Die Wetter-App zeigt ein paar Wolken. Am Horizont wird es trotzdem immer dunkler. Reicht jetzt die Softshell oder gehört die Hardshell in den Rucksack?
Wer Outdoorbekleidung kauft, begegnet Begriffen wie wasserdicht, wasserfest und wasserabweisend. Sie klingen ähnlich, bedeuten aber nicht dasselbe. Spätestens bei längerem Regen kann dieser Unterschied darüber entscheiden, ob du trocken bleibst oder deine Tour in nasser Kleidung beendest.
Wir erklären dir, was die Begriffe wirklich bedeuten, welche Rolle die Wassersäule spielt und wann bei RADYS der R1 Hard Shell Layer oder der R2 Soft Shell Layer die richtige Wahl ist.
Wasserabweisend und wasserdicht
Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Schutzstufen. Entscheidend ist nicht nur das Material, sondern die gesamte Konstruktion eines Kleidungsstücks.
Wasserabweisend
Bei einem wasserabweisenden Material perlen Wassertropfen zunächst von der Oberfläche ab. Dafür sorgt meist eine Imprägnierung. Sie schützt bei Nieselregen, leichtem Schneefall und kurzen Schauern.
Die Wirkung ist jedoch zeitlich begrenzt. Bei längerem oder starkem Regen kann Wasser in den Oberstoff eindringen. Auch Abrieb, Schmutz und häufiges Tragen reduzieren den Abperleffekt mit der Zeit.
Wasserabweisende Materialien sind häufig besonders atmungsaktiv, elastisch und angenehm zu tragen. Genau hier liegt ihre Stärke.
Wasserdicht
Wasserdichte Bekleidung ist dafür konstruiert, auch bei starkem oder länger anhaltendem Niederschlag trocken zu halten. Dafür braucht es in der Regel eine wasserdichte Membran sowie entsprechend verarbeitete Nähte und Übergänge.
Eine gute Hardshell hält Regen und Wind draussen, lässt gleichzeitig aber Wasserdampf von innen nach aussen entweichen. So schützt sie dich vor äusserer Nässe, ohne die beim Aufstieg entstehende Feuchtigkeit vollständig einzuschliessen.
Was sagt die Wassersäule aus?
Die Wassersäule zeigt, welchem Wasserdruck ein Material standhält, bevor Feuchtigkeit hindurchdringt. Sie wird in Millimetern angegeben.
Je höher der Wert, desto grösser ist grundsätzlich der Schutz vor Wasserdruck. Dieser entsteht nicht nur durch Regen. Auch ein Rucksackgurt, das Sitzen auf nassem Untergrund oder starker Wind können zusätzlichen Druck auf das Material ausüben.
Die Wassersäule ist wichtig, aber sie erzählt nicht die ganze Geschichte. Für zuverlässigen Wetterschutz müssen auch die Nähte, Reissverschlüsse, Kapuze und Abschlüsse funktional konstruiert sein.
Gleichzeitig ist der höchste Wert nicht automatisch für jede Tour die beste Wahl. Bei trockenen Bedingungen können Bewegungsfreiheit, Luftaustausch und Komfort wichtiger sein als maximaler Regenschutz.
- 5.000 mm: ausreichend für Alltag und leichten Regen
- 10.000 mm: guter Schutz bei mässigem Regen und kurzen Schauern
- 15.000–20.000 mm: ideal für längere Bergtouren und stärkeren Regen
- 25.000 mm und mehr: geeignet für extreme Bedingungen (Expeditionen, Eisklettern)

R1 Hard Shell Layer: Wenn du zuverlässigen Wetterschutz brauchst
Der RADYS R1 Hard Shell Layer ist die äusserste Schutzschicht des Modular Layering Systems. Er ist wasser- und winddicht, atmungsaktiv und robust.
Ein Beispiel ist die R1 Hiking Tech Jacket. Ihr dreilagiges R’Tech Hiking Material besteht aus Polyamid mit einer PU-Membran. Sie erreicht eine Wassersäule von 20’000 Millimetern und eine Atmungsaktivität von 40’000 g/m²/24h.
Das bedeutet: Die Jacke bietet zuverlässigen Schutz bei Regen und Wind, während Wasserdampf nach aussen transportiert werden kann. Die R’Sonic Verarbeitung sorgt zudem für flache, elastische und langlebige Stoffverbindungen.
Ein R1 Layer gehört zu deiner Ausrüstung, wenn:
- längerer oder stärkerer Regen möglich ist
- du in exponiertem Gelände unterwegs bist
- Schnee, Wind oder rasche Wetterwechsel zu erwarten sind
- deine Tour mehrere Stunden oder Tage dauert
- zuverlässiger Wetterschutz wichtiger ist als maximale Luftdurchlässigkeit
Auch wenn beim Start die Sonne scheint, kann die leichte Hardshell als Sicherheitsreserve in den Rucksack gehören. Besonders in den Bergen verändern sich die Bedingungen oft schneller als erwartet.
R2 Soft Shell Layer: Für Bewegung, Komfort und Luftaustausch
Der RADYS R2 Soft Shell Layer verfolgt einen anderen Ansatz. Er ist wind- und wasserabweisend, elastisch und auf einen hohen Klima- und Bewegungskomfort ausgelegt.
Die RADYS R’Shell Softshell-Stoffe sind Doppelgewebe ohne integrierte Membran. Dadurch bleibt der Luftaustausch besonders angenehm. Leichter Niederschlag perlt zunächst ab, bei lang anhaltendem oder starkem Regen ist der R2 Layer jedoch kein Ersatz für eine wasserdichte Hardshell.
Die R2 Hiking Softshell Jacket besteht beispielsweise aus einem elastischen R’Shell Hiking Material und ist zu 80 Prozent windabweisend. Die R2 Alpine Softshell Jacket kombiniert ebenfalls wasser- und windabweisende Materialien mit strategischer Belüftung und einem temperaturregulierenden Merino-Knit-Lining.
Ein R2 Layer eignet sich besonders, wenn:
- die Bedingungen überwiegend trocken sind
- du dich intensiv bewegst und viel Körperwärme produzierst
- ein kurzer Schauer oder leichter Schneefall möglich ist
- Bewegungsfreiheit besonders wichtig ist
- du Schutz vor Wind möchtest, ohne auf einen hohen Luftaustausch zu verzichten
Bei Wanderungen, schnellen Aufstiegen und Skitouren unter stabilen Bedingungen ist die Softshell deshalb oft die angenehmere Hauptschicht.
Die beste Lösung ist oft nicht R1 oder R2, sondern R1 und R2
Das RADYS Modular Layering System ist darauf ausgelegt, dass sich die einzelnen Schichten flexibel kombinieren lassen.
Unter trockenen Bedingungen trägst du den R2 Soft Shell Layer als komfortable Aussenschicht. Wird der Regen stärker oder das Wetter unberechenbar, ziehst du den R1 Hard Shell Layer darüber.
So musst du dich nicht bereits am Morgen für den ganzen Tag festlegen. Du passt deinen Schutz an Temperatur, Intensität und Wetter an.
Das ist besonders bei längeren Bergtouren sinnvoll:
- Beim Aufstieg sorgt R2 für Bewegungsfreiheit und angenehmen Luftaustausch.
- Auf einem windigen Grat bietet R2 zusätzlichen Schutz vor Auskühlung.
- Bei einsetzendem Dauerregen übernimmt R1 den vollständigen Wetterschutz.
- In einer Pause lassen sich je nach Temperatur weitere isolierende Layer ergänzen.
Jede Schicht übernimmt eine klare Aufgabe. Gemeinsam entsteht ein flexibles System, das dich nicht nur schützt, sondern auch unnötiges Schwitzen reduziert.

Drei häufige Missverständnisse
1. Wasserdicht ist immer besser
Nicht unbedingt. Eine wasserdichte Hardshell bietet mehr Schutz vor Niederschlag, kann bei intensiver Bewegung und trockenen Bedingungen aber weniger luftig wirken als eine Softshell. Die beste Jacke ist jene, die zur Aktivität und zum Wetter passt.
2. Wenn Wasser abperlt, ist die Jacke wasserdicht
Der Abperleffekt zeigt in erster Linie, dass die Imprägnierung funktioniert. Auch ein nicht wasserdichtes Softshell-Material kann Wasser zunächst abweisen. Ob ein Kleidungsstück wirklich wasserdicht ist, hängt vom gesamten Aufbau ab.
3. Eine hohe Wassersäule reicht als Qualitätsmerkmal
Die Wassersäule bewertet das Material unter Wasserdruck. Für die Praxis sind jedoch auch Atmungsaktivität, Nahtverarbeitung, Reissverschlüsse, Kapuze, Passform und Pflege entscheidend.
Auch die richtige Pflege zählt
Die wasserabweisende Imprägnierung wird durch Schmutz, Schweiss und Reibung beansprucht. Wenn Wasser nicht mehr abperlt, muss die Jacke deshalb nicht automatisch undicht sein. Häufig benötigt die Oberfläche zuerst eine Reinigung oder eine Auffrischung der Imprägnierung.
Wasche R1- und R2-Produkte mit einem speziellen Membran-Waschmittel, verzichte auf Weichspüler und beachte immer das Pflegeetikett. RADYS empfiehlt für Hard- und Softshell-Produkte das Trocknen an der Luft sowie eine regelmässige Auffrischung der PFC-freien Imprägnierung.
Der richtige Schutz für die richtigen Bedingungen
Wasserdicht und wasserabweisend sind keine konkurrierenden Qualitätsstufen. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Der R1 Hard Shell Layer bietet zuverlässigen Schutz, wenn Regen, Schnee und Wind keine Kompromisse erlauben. Der R2 Soft Shell Layer spielt seine Stärken aus, wenn Bewegungsfreiheit, Atmungsaktivität und Komfort im Vordergrund stehen.
Wer beide richtig einsetzt, ist nicht einfach maximal, sondern passend geschützt. Genau darum geht es beim Modular Layering System von RADYS.


