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PFAS und PFC: Was steckt dahinter und warum ist PFAS/PFC-frei wichtig?

PFAS und PFC: Was steckt dahinter und warum ist PFAS/PFC-frei wichtig?


Regen perlt ab. Schnee bleibt nicht haften. Schmutz lässt sich einfach abwischen. Lange galten fluorierte Chemikalien als ideale Lösung, um Outdoorbekleidung dauerhaft vor Wasser, Öl und Verschmutzung zu schützen. 

Das Problem: Viele dieser Stoffe bleiben nicht nur lange auf der Jacke, sondern auch extrem lange in der Umwelt. 

Deshalb begegnen dir auf Outdoorprodukten heute immer häufiger Begriffe wie PFC-frei oder PFAS-frei. Doch was bedeuten diese Abkürzungen? Sind PFC und PFAS dasselbe? Und kann eine Hardshell ohne diese Stoffe überhaupt zuverlässig vor Regen schützen? 

Wir bringen Ordnung in die Begriffe und zeigen, weshalb RADYS schon früh auf eine PFC-freie Wasserabweisung umgestellt hat. 

Was sind PFAS? 

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dahinter verbirgt sich keine einzelne Chemikalie, sondern eine sehr grosse und vielfältige Stoffgruppe. 

PFAS werden seit Jahrzehnten in zahlreichen industriellen Prozessen und Konsumgütern eingesetzt. Sie finden sich beispielsweise in bestimmten Beschichtungen, Lebensmittelverpackungen, Löschschäumen, Pfannen und Textilien. 

Der Grund für ihren breiten Einsatz liegt in ihren besonderen Eigenschaften. Viele PFAS sind beständig gegen: 

  • Wasser
  • Öl und Fett
  • Schmutz
  • Hitze
  • chemische Einflüsse 

Diese Eigenschaften entstehen unter anderem durch sehr stabile Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen. Genau diese Stabilität macht PFAS technisch interessant und ökologisch problematisch. 

Was bedeutet PFC? 

Der Begriff PFC wurde in der Outdoor- und Textilbranche lange als Sammelbegriff für fluorierte Chemikalien verwendet. Deshalb ist auf vielen Produkten und in älteren Informationen von PFC-freien Imprägnierungen die Rede. 

Heute wird häufiger der Begriff PFAS verwendet. Er ist wissenschaftlich und regulatorisch präziser und umfasst eine grosse Gruppe per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen. 

Im Zusammenhang mit Outdoorbekleidung verfolgen die Bezeichnungen PFC-frei und PFAS-frei meist dieselbe grundsätzliche Botschaft: Die wasserabweisende Funktion soll ohne die problematischen fluorierten Chemikalien erreicht werden. 

Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick. Manche Aussagen beziehen sich nur auf die Imprägnierung des Oberstoffs, andere auf die verwendete Membran oder das gesamte Produkt. Transparente Angaben zur jeweiligen Technologie sind deshalb wichtig. 

Warum wurden PFAS in Outdoorbekleidung eingesetzt? 

Bei Wetterschutzbekleidung kamen fluorierte Chemikalien vor allem für die dauerhaft wasserabweisende Ausrüstung des Obermaterials zum Einsatz. Häufig wird dafür die Abkürzung DWR verwendet. Sie steht für Durable Water Repellent. 

Eine solche Behandlung sorgt dafür, dass sich Wasser zu Tropfen formt und von der Oberfläche abrollt. Der Aussenstoff saugt sich dadurch weniger schnell voll, bleibt leichter und fühlt sich angenehmer an. 

Wichtig ist die Unterscheidung: Die Imprägnierung macht eine Hardshell nicht allein wasserdicht. Für die eigentliche Wasserdichtigkeit sind vor allem die Membran, die Verarbeitung der Nähte und die Konstruktion des Kleidungsstücks verantwortlich. 

Die Imprägnierung unterstützt diese Funktion, indem sie verhindert, dass sich der Oberstoff zu schnell mit Wasser vollsaugt. 

Warum gelten PFAS als problematisch? 

Die aussergewöhnliche Beständigkeit der Stoffe hat eine Kehrseite. Viele PFAS werden in der Natur kaum oder nur sehr langsam abgebaut. Deshalb werden sie häufig als Ewigkeitschemikalien bezeichnet. 

Gelangen PFAS in die Umwelt, können sie sich über Wasser und Böden verbreiten. Einige Stoffe können sich zudem in Menschen, Tieren und Nahrungsketten anreichern. Die nachträgliche Entfernung aus belastetem Wasser oder Boden ist technisch aufwendig und teuer. 

PFAS bilden eine grosse Stoffgruppe und sind nicht alle gleich gut untersucht oder gleich zu bewerten. Bei mehreren bekannten Vertretern wurden jedoch negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit festgestellt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit betrachtet bei vier besonders untersuchten PFAS die verminderte Reaktion des Immunsystems auf Impfungen als kritischen gesundheitlichen Effekt. 

Das Grundproblem bleibt unabhängig von einzelnen Substanzen bestehen: Was über sehr lange Zeit nicht zerfällt, kann sich über Generationen in der Umwelt verteilen und dort erhalten bleiben. 

Wie gelangen PFAS in die Umwelt? 

Der Eintrag kann entlang verschiedener Phasen des Produktlebenszyklus erfolgen: 

  • bei der Herstellung der Chemikalien

  • während der Produktion und Ausrüstung von Textilien

  • durch Nutzung, Abrieb und Waschen
  • bei der Entsorgung oder Verbrennung

  • über belastete Abwässer und Produktionsstandorte 

Die einzelne Jacke ist dabei nur ein Teil eines viel grösseren Gesamtbilds. PFAS kommen in zahlreichen Anwendungen vor. Gerade deshalb ist es wichtig, dort auf fluorierte Chemikalien zu verzichten, wo funktionierende Alternativen verfügbar sind. 

Bedeutet PFC-frei weniger Wetterschutz? 

Nein. Eine PFC-freie Imprägnierung kann Wasser weiterhin zuverlässig abweisen. Sie muss jedoch korrekt auf das Material abgestimmt und regelmässig gepflegt werden. 

Wir weisen offen auf einen kleinen Unterschied hin: Eine PFC-freie Behandlung weist Öl weniger stark ab als eine klassische fluorierte Ausrüstung. Für Bergsportbekleidung ist dies in den meisten Situationen kaum relevant. Entscheidend ist der Schutz vor Regen, Schnee und Feuchtigkeit. 

Bei einer Hardshell entsteht zuverlässiger Wetterschutz ohnehin aus mehreren Komponenten: 

  • einer wasserdichten und atmungsaktiven Membran
  • funktional verarbeiteten Nähten
  • passenden Reissverschlüssen und Abschlüssen
  • einer wasserabweisenden Behandlung des Oberstoffs
  • einer durchdachten Kapuzen- und Schnittkonstruktion 

PFC-frei bedeutet deshalb nicht automatisch weniger Leistung. Es bedeutet, die notwendige Funktion mit einer verantwortungsvolleren chemischen Lösung zu erreichen. 

Der RADYS Weg: PFC-frei seit 2014 

Wir stellten bereits 2014 die gesamte Kollektion auf eine PFC-freie Wasserabweisung um. Damit gehörten wir zu den frühen Vorreitern der Outdoorbranche. 

Bei den Wetterschutzlayern verwenden wir eine PFC-freie Imprägnierung, die Wasser abperlen lässt, ohne dafür die problematischen Ewigkeitschemikalien einzusetzen. 

Der Anspruch dahinter ist klar: Funktion und Nachhaltigkeit sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine Jacke muss im Gebirge zuverlässig funktionieren und gleichzeitig so entwickelt sein, dass ihre Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering bleiben. 

Auch PFC-freie Bekleidung braucht Pflege 

Jede wasserabweisende Ausrüstung verliert durch Reibung, Schmutz und häufige Nutzung mit der Zeit an Wirkung. Das gilt auch für PFC-freie Imprägnierungen. 

Wenn Wasser nicht mehr sauber abperlt, ist deine Jacke deshalb nicht automatisch undicht. Häufig muss sie zuerst richtig gereinigt oder neu imprägniert werden. 

Beachte dabei folgende Grundregeln: 

  • Pflegeetikett kontrollieren
  • spezielles Waschmittel für Funktionsbekleidung verwenden
  • auf Weichspüler verzichten
  • Waschmittelreste gründlich ausspülen
  • RADYS Hard- und Softshell-Produkte an der Luft trocknen
  • bei Bedarf ein PFC-freies Imprägnierspray verwenden 

Die richtige Pflege erhält die Funktion und verlängert die Lebensdauer des Produkts. Auch das ist ein wichtiger Teil nachhaltiger Outdoorbekleidung. 

Soll ich ältere Outdoorbekleidung mit fluorierter Imprägnierung entsorgen? 

Eine noch funktionierende Jacke solltest du nicht vorschnell wegwerfen. Ein Produkt möglichst lange zu nutzen, zu pflegen und bei Bedarf zu reparieren, ist in vielen Fällen sinnvoller als ein sofortiger Neukauf. 

Wenn eine Neuanschaffung ansteht, kannst du gezielt auf transparente Angaben wie PFC-freie Imprägnierung und PFAS-freie Membran achten. So unterstützt du Technologien, die langfristig ohne schwer abbaubare fluorierte Chemikalien auskommen. 

Verantwortung beginnt beim Material 

PFAS haben Outdoorbekleidung lange leistungsfähiger gemacht. Ihre extreme Beständigkeit ist jedoch gleichzeitig ihr grösstes Problem. Was Regen, Öl und Schmutz zuverlässig abweist, verschwindet nach der Nutzung nicht einfach wieder. 

PFC-freie Imprägnierungen zeigen, dass zuverlässiger Wetterschutz auch ohne diese Ewigkeitschemikalien möglich ist. Mit der PFAS-freien R’Tech Nano Membrane geht RADYS noch weiter und verbindet eine innovative Membrantechnologie mit einem konsequenten Umweltanspruch. 

Denn echte Performance zeigt sich nicht nur darin, wie gut ein Produkt heute funktioniert. Sondern auch darin, welche Spuren es morgen hinterlässt.