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Nachhaltigkeit ohne Greenwashing: Was RADYS konkret anders macht

Nachhaltigkeit ohne Greenwashing: Was RADYS konkret anders macht

Nachhaltigkeit ist schnell versprochen.

Ein grünes Etikett, ein recycelter Materialanteil oder ein einzelnes «umweltfreundliches» Produkt reichen heute oft aus, um ganze Kollektionen als nachhaltig zu bezeichnen. Doch echte Verantwortung beginnt dort, wo Massnahmen konkret, überprüfbar und langfristig angelegt sind.

Dabei gilt auch für uns: Die Herstellung von Outdoorbekleidung benötigt Rohstoffe, Energie, Wasser und Transportwege. Vollständig ohne Auswirkungen auf die Umwelt geht es nicht.

Unser Anspruch ist deshalb nicht, uns als perfekte Marke darzustellen. Wir wollen transparent zeigen, was wir bereits verändert haben, wo wir Verantwortung übernehmen und an welchen Lösungen wir gemeinsam mit anderen Akteuren arbeiten.

Greenwashing beginnt bei vagen Versprechen

Begriffe wie «grün», «umweltfreundlich» oder «nachhaltig» sagen allein wenig aus. Entscheidend sind die Fragen dahinter:

  • Welche konkrete Massnahme wurde umgesetzt?

  • Gilt sie für ein einzelnes Produkt oder die gesamte Kollektion?

  • Wird die Wirkung gemessen?

  • Gibt es externe Standards oder unabhängige Partner?

  • Werden auch Zielkonflikte und Grenzen offengelegt?

Für RADYS bedeutet Nachhaltigkeit deshalb mehr als die Auswahl einzelner Materialien. Wir betrachten die verwendete Chemie, die Herstellung, die Lebensdauer der Produkte und die Frage, was mit Textilien am Ende ihrer Nutzung geschieht.

Seit 2014 konsequent PFC-frei

Outdoorbekleidung soll zuverlässig vor Regen, Schnee und Wind schützen. Lange Zeit wurden für die wasserabweisende Ausrüstung von Textilien fluorierte Chemikalien eingesetzt. Diese werden häufig als PFC oder heute umfassender als PFAS bezeichnet.

Der Vorteil dieser Stoffe ist ihre starke wasser-, schmutz- und ölabweisende Wirkung. Das Problem: Viele PFAS werden in der Umwelt kaum abgebaut und können sich über sehr lange Zeiträume in Wasser, Böden, Tieren und Menschen anreichern.

RADYS hat deshalb bereits 2014 die gesamte Kollektion auf eine PFC-freie Wasserabweisung umgestellt. Zu einem Zeitpunkt, als fluorierte Ausrüstungen in der Outdoorbranche noch weitgehend als Standard galten.

Greenpeace führte R’ADYS später als eine der kleineren Outdoor-Marken auf, deren gesamte funktionelle Wetterschutzkollektion bereits PFC-frei erhältlich war.

Diese Entscheidung bringt auch einen Zielkonflikt mit sich: Eine PFC-freie Ausrüstung weist Wasser zuverlässig ab, bietet jedoch eine geringere Beständigkeit gegenüber Öl. Für den Einsatz im Bergsport ist dieser Nachteil in den meisten Situationen kaum relevant. Für die Umwelt macht der Verzicht hingegen einen entscheidenden Unterschied.

Wir finden: Nachhaltigkeit ohne Greenwashing bedeutet auch, solche Abwägungen offen zu benennen.

bluesign System Partner: Verantwortung beginnt vor dem fertigen Produkt

RADYS ist offizieller bluesign System Partner. Der bluesign Ansatz setzt nicht erst beim fertigen Kleidungsstück an, sondern betrachtet die gesamte textile Wertschöpfungskette.

Im Fokus stehen unter anderem:

  • ein verantwortungsvoller Umgang mit Chemikalien

  • der Schutz der Menschen in der Produktion

  • ein reduzierter Verbrauch von Wasser und Energie

  • geringere Emissionen und Umweltbelastungen

  • mehr Transparenz innerhalb der Lieferkette

Der System-Partnerstatus umfasst unter anderem regelmässige Beurteilungen, Analysen der Lieferkette und konkrete Verbesserungsmassnahmen. RADYS ist in der offiziellen bluesign Partnerliste als Schweizer Marke aufgeführt.

Wichtig ist uns auch hier eine klare Unterscheidung: Eine bluesign Systempartnerschaft bedeutet nicht automatisch, dass jedes einzelne Produkt das Label «bluesign PRODUCT» trägt. Sie bedeutet, dass sich RADYS verpflichtet, nach den Anforderungen des Systems zu arbeiten und die Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln.

STS 2030: Gemeinsame Ziele statt isolierter Einzelmassnahmen

Viele Herausforderungen der Textilindustrie lassen sich nicht von einer Marke allein lösen. Deshalb ist RADYS Mitglied und verpflichteter Akteur bei Sustainable Textiles Switzerland 2030, kurz STS 2030.

Das Programm will die Schweizer Textil- und Bekleidungsbranche entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltiger gestalten. Die gemeinsamen Ziele betreffen vier zentrale Bereiche:

  • Reduktion der Treibhausgasemissionen

  • faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen

  • Förderung kreislauffähiger Geschäftsmodelle

  • mehr Transparenz für verantwortungsvolle Kaufentscheide

Die beteiligten Unternehmen verpflichten sich zu den Zielen des Programms sowie dazu, ihre Fortschritte regelmässig zu messen und zu kommunizieren. RADYS wird auf der offiziellen Website als verpflichteter Akteur aufgeführt.

Die Mitgliedschaft ist für uns deshalb kein dekoratives Logo. Sie schafft einen verbindlichen Rahmen, ermöglicht den Austausch mit anderen Unternehmen und macht Fortschritte besser vergleichbar.

Fabric Loop: Kreislaufwirtschaft braucht eine Branchenlösung

Ein besonders schwieriges Thema beginnt erst nach dem Verkauf eines Produkts: Was geschieht mit einem Kleidungsstück, wenn es nicht mehr genutzt werden kann?

Einzelne Rücknahmeaktionen reichen nicht aus, um die grossen Mengen an Alttextilien sinnvoll zu sammeln, zu sortieren, wiederzuverwenden und zu recyceln. Dafür braucht es eine funktionierende Infrastruktur und eine gemeinsame Lösung für die gesamte Branche.

RADYS hat deshalb 2024 gemeinsam mit weiteren Schweizer Textilunternehmen und Swiss Textiles den Verein Fabric Loop gegründet. Fabric Loop arbeitet an einem schweizweiten Kreislaufsystem, das verschiedene Strategien miteinander verbindet:

  • Reuse: Produkte möglichst lange weiterverwenden

  • Repair: Kleidung reparieren und ihre Nutzungsdauer verlängern

  • Recycle: nicht mehr tragbare Textilien wieder als Rohstoff nutzen

Finanziert werden soll das System unter anderem über einen vorgezogenen Recycling- beziehungsweise Kreislaufbeitrag.

RADYS ist nicht nur Gründungsmitglied. Adrian Ruhstaller, CEO und Gründer von RADYS, engagiert sich auch im Vorstand von Fabric Loop. Damit bringen wir uns aktiv in die Entwicklung der Branchenlösung ein.

Unser Ziel ist nicht nur, bessere Produkte herzustellen. Wir wollen dazu beitragen, dass Textilien in der Schweiz künftig länger genutzt und in funktionierenden Kreisläufen geführt werden können.

1 % unseres Umsatzes für Nachhaltigkeitsprojekte

Nachhaltigkeitsprojekte benötigen nicht nur gute Absichten, sondern auch finanzielle Mittel.

Deshalb investieren wir 1 % unseres Umsatzes in ausgewählte Nachhaltigkeitsprojekte. Die Höhe des Engagements wächst damit direkt mit unserem Unternehmen.

Diese Entscheidung ist bewusst an den Umsatz gekoppelt und nicht an den Gewinn einzelner Produkte. So wird Nachhaltigkeit nicht von einer Sonderkollektion oder einer kurzfristigen Kampagne abhängig, sondern fest mit unserer wirtschaftlichen Tätigkeit verbunden.

Langlebigkeit bleibt ein zentraler Faktor

Die Umweltwirkung eines Produkts entsteht nicht nur bei der Herstellung. Entscheidend ist auch, wie lange und wie häufig es genutzt wird.

Ein Kleidungsstück, das zuverlässig funktioniert, vielseitig kombiniert werden kann und über viele Jahre getragen wird, muss weniger schnell ersetzt werden. Deshalb setzen wir auf hochwertige Materialien, funktionale Konstruktionen und ein modulares Layering-System.

Die einzelnen RADYS Layer sind so entwickelt, dass sie je nach Wetter, Temperatur und Aktivität miteinander kombiniert werden können. Dadurch entsteht keine Kollektion für einen einzigen Einsatzbereich, sondern ein System für unterschiedliche Touren und Jahreszeiten.

Auch die richtige Pflege trägt dazu bei, die Funktion und Lebensdauer von Outdoorbekleidung zu erhalten. Regelmässiges Waschen nach Pflegeanleitung, eine gezielte Reaktivierung der Imprägnierung und kleinere Reparaturen können verhindern, dass ein grundsätzlich intaktes Produkt frühzeitig ersetzt wird.

Was RADYS konkret anders macht

Unser Nachhaltigkeitsansatz lässt sich auf fünf Punkte reduzieren:

  1. Wir verzichten seit 2014 in der gesamten Kollektion auf PFC-haltige Wasserabweisungen.

  2. Wir arbeiten als bluesign System Partner an verantwortungsvolleren Materialien und Produktionsprozessen.

  3. Wir verpflichten uns als Mitglied von STS 2030 zu gemeinsamen und messbaren Branchenzielen.

  4. Wir gestalten als Gründungs- und Vorstandsmitglied von Fabric Loop die Schweizer Textilkreislaufwirtschaft aktiv mit.

  5. Wir investieren 1 % unseres Umsatzes in Nachhaltigkeitsprojekte.

Keine dieser Massnahmen löst allein sämtliche Herausforderungen der Textilindustrie. Zusammen schaffen sie aber konkrete Veränderungen, die über ein grünes Etikett hinausgehen.

Nicht perfekt. Aber verbindlich.

Nachhaltigkeit ist kein Zustand, den ein Unternehmen irgendwann vollständig erreicht. Sie ist ein laufender Prozess aus Entscheidungen, Investitionen, Zusammenarbeit und kontinuierlicher Verbesserung.

Wir werden deshalb nicht behaupten, bereits am Ziel zu sein. Unser Versprechen ist ein anderes: Wir wollen unsere Verantwortung ernst nehmen, unsere Massnahmen konkret benennen und gemeinsam mit starken Partnern an Lösungen arbeiten, die langfristig Wirkung entfalten.

Denn wer die Berge liebt, sollte nicht nur Bekleidung für sie entwickeln. Er sollte auch dazu beitragen, sie für kommende Generationen zu erhalten.